Celler Stonehenge (?)

Celle hat ein neues Kunstwerk:

Vier gewaltige Betonpfeiler ragen in den Himmel. 

Ist das ein norddeutsches Stonehenge?

Foto: © Michael Ende [CZ]

Eine Glosse von

26.08.2026 CZ


Celle hat ein neues Kunstwerk. Vier gewaltige Stützen ragen in den Himmel, streng angeordnet und monumental. Rätselhaft wirken diese Bauten in der wilden Natur entlang der Aller. Stahlbeton trifft auf Heidesand. 

Stonehenge aus Stahlbeton: Rätselhaftes Monument an der Aller

Man muss dieses Konstrukt auf sich wirken lassen. Ist das ein norddeutsches Stonehenge? Zwar keine Megalithen, aber trotzdem ein Sinnbild für Stärke und Robustheit. Das englische Pendant aus der Jungsteinzeit beschäftigt Forscher seit Jahrhunderten. Es bleibt zu hoffen, dass das Celler Bauwerk die Wissenschaft nicht ähnlich lange vor Fragen stellen wird. Handelt es sich gar um eine Opferstätte für ungeduldige Autofahrer oder ist es doch eine Kunstinstallation über das Wesen der deutschen Infrastrukturpolitik?

Celler Ostumgehung als Stillleben der Infrastrukturpolitik

Überhaupt hat das Werk an der Celler Aller etwas wunderbar Konzeptuelles. Der Künstler lässt zunächst nur erahnen, dass die Pfeiler in etwas Großes eingebunden werden und in einem Kontext stehen. Denn tatsächlich könnte hier einmal ein Weg, gar eine Straße entlangführen. Die Kunst entsteht hier durch die Leere, der Künstler spielt mit Erwartungen, mit dem Raum zwischen den Dingen. Die Betrachtung des Werks kann nicht auf der gegenständlichen Ebene erfolgen. Dies wird dem Kunstwerk kaum gerecht, denn lange Zeit war die Celler Ostumgehung vor allem eins: ein Stillleben. Aber Celle hat noch so viel mehr dieser brückenschlagenden Freiluftkunstwerke – diese Ensembles aus Beton, Stahl und Landschaft.