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Kapelle auf dem Stadtfriedhof

Die Stadt Celle kann auf eine über 100-jährige Geschichte des Stadtfriedhofes zurückblicken. Die Stadt hat um 1915 eine Fläche von rund 7 ha aus dem Besitz der ehemaligen königlichen Schieblerschen Baumschule am Rande des Hehlentorgebietes übernommen. Der Stadtfriedhof wurde im Jahr 1919 als Ersatz für den Hehlentorfriedhof (westlich und östlich der Harburger Straße) eingeweiht.

1935 ist auf dem Stadtfriedhof eine Trauerhalle/Kapelle nach Plänen des Celler Architekten Hermann Bunzel (1901-1985) erbaut worden.

 

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Die außergewöhnliche Form der Kapelle -
das Zollingerdach.

Die Konstruktion unterscheidet sich erheblich von normalen Dachstühlen. Sie wird zumeist als Kreisausschnitt, ähnlich wie ein Tonnendach, von der Traufe zum First ausgebildet. Durch die Biegung der Dachflächen wird erreicht, dass der First keine Unterstützung durch separate Stützen benötigt, dadurch kann der Dachraum frei gestaltet und genutzt werden. Benannt ist das Prinzip nach seinem Erfinder, dem Architekten Friedrich Zollinger (1880-1945). 1923 erhielt der darauf das Patent.

Gegenüber einem herkömmlichen Dach wird erheblich weniger Holz benötigt. Statt gerader massiver Balken können die verhältnismäßig kurzen Holzlamellen mit kleinen Querschnitten in großen Mengen maschinell vorproduziert werden. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit macht der geringe Bedarf an Holz das Zollingerdach interessant. Trotz dieser Vorzüge konnte sich die Bauweise nicht durchsetzen, da das Errichten und Warten der kleinteiligen Konstruktion einen hohen Zeitaufwand erfordert. Hinzu kommt die anspruchsvolle statische Berechnung der Konstruktion.