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Straßen in Celle

Sollen auf Straßenschildern heute noch Menschen gewürdigt werden, die historisch belastet sind? Darüber wird und wurde in Städten und Gemeinden gestritten. So auch in Celle. 

Die Stadt Celle hat eine Untersuchung beauftragt und Dr. Bernhard Strebel hat sich im Oktober 2010 in seiner Arbeit zu Celler Straßennamen und seinen Verbindungen zum Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Das Ergebnis können Sie z. B. hier nachlesen. In der Politik und Presse hat unterdessen eine teils "heftige" Diskussion um solche Umbenennungen begonnen. 

Hinsichtlich der Umbenennungen [...] führte 2007 Oberbürgermeister (1990-2008) Biermann aus: »Es ist ein ganz außergewöhnlicher Schritt, aber er ist unvermeidbar. So schwer es auch fallen mag, Menschen [...] eine ehrende Bekundung wieder zu entziehen, aber wir tragen Verantwortung für zukünftige Generationen, wir müssen ihnen sagen, wer für uns ihre Vorbilder sein sollen und wofür sie geehrt worden sind. [...] .

In der Folge wurden einige Straßen umbenannt.

Straßenumbenennungen wurden in Celle schon früher vorgenommen. 1945 wurde 43 Namensänderungen bekanntgegeben. Eine weitere "Welle" der Straßenumbenennungen erfolgte 1961, 1968 und 1973 mit der Eingemeindung der Ortsteile Altencelle, Boye, Garßen, Groß Hehlen, Vorwerk und Westercelle,


 

„Es ist nicht ganz einerlei,
wie die Straße heißt,
in der man wohnt"

 

Kleine Hinweise, wer oder was einer Straße den Namen gegeben hat, befinden sich bereits heute an zahlreichen Straßenschildern, aber leider nicht überall. Viele Straßenschilder hätten es verdient, durch Hinweise auf den Namensgeber ergänzt zu werden. 

So wie bei den Straßenschildern für die Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime im Ortsteil Klein-Hehlen: Leuschnerstraße, Geschwister-Scholl-Straße, und Witzlebenstraße, hätte ich mir das auch bei folgenden Straßenschildern gewünscht: (Stand April 2019)
Beckstraße, Bonhoefferstraße, Breitscheidstraße, Goerdelerstraße, Hassellstraße, Leberstraße, Mierendorffstraße, Moltkestraße, Reichweinstraße, Stauffenbergstraße, Stülpnagelstraße und Yorckstraße.

Ein Vorstoß zur Ergänzung der Straßenschilder im April 2019 beim Ortsbürgermeister fand keine (oder noch keine) Zustimmung. Zitat: ". . insbesondere aus Kostengründen von weiteren Erläuterungen Abstand genommen . . ." oder ". . .Diskussion möchte ich natürlich nicht wieder aufleben . . .".

Schade ! Die "verpasste" Chance zum 75. Jahrestag des Attentat auf Adolf Hitler und angesichts des immer stärker aufkeimenden rechten Gedankenguts und dem oft mangelnden Geschichtsinteresse ist gerade bei den Straßenschildern der Widerstandskämpfer mehr Aufklärung/Erläuterung notwendig.
 

 

Hier mein Versuch zu Straßen oder bekannten Standorten in und "um" Celle auch den "Namensgeber" aufzuzeigen.

 

An der Vervollständigung der Informationen arbeite ich weiter.
Wer mir bei der Ergänzung oder Richtigstellung der Daten helfen kann meldet sich bitte.

 


RWLE Möller veröffentlichte in den 90ern in der Celleschen Zeitung in einer "Serie" sehr viele Beschreibungen und Fotos zu Celler Straßen.

Mehr auch in seinem Buch

"Wo wir wohnen - Straßen in Celle" von 1995

Quellen: Stadt Celle, Wikipedia, Celle im NationalsozialismusRWLE Möller, Buch: Unterwegs in Neuenhäusen und seiner Geschichte, 2002; Buch: Geschichten und Ereignisse um die Celler Neustadt, 2006; Buch: Hehlentor - ein Stadtteil stellt sich vor, 2006;  diverse Adressbücher, google u.a.

 

 

Die z. Zt. wichtigste Straße in Celle ist die seit Jahrzehnten geplante Ortsumgehung. 2 von 5 Abschnitten sind fertiggestellt. Wann es mit der Fertigstellung (rote Linie) weitergeht ist offen.